Lebensretter wider Willen

Mahlzeit ihr Lieben,

heute war ich mit Caaya im Wald, schön an der 5 m Schleppleine, da sie ja immer noch gerne Dinge aufnimmt, die wir nicht mal anfassen würden. ;)

Wir waren mal wieder im Wulfter Holz, gleich neben unserem Wohngebiet. Dort gibt es auch eine Menge Rotwild. Mit dabei war, wie in letzter Zeit fast immer, der Futterbeutel. Das klappt auch schon prima. Caaya wird abgesetzt, bleibt und ich kann mich bis ca. 30 m entfernen und den Beutel verstecken. Dann gehe ich zurück zu ihr und lasse sie ein paar Übungen machen, anschliessend darf sie zur Belohnung suchen. Und sie findet. Selbst, wenn ich ihn tief unter dem Laub verstecke. Dann bringt sie in freudig wedelnd zurück und darf daraus fressen.

Wir schlagen uns so durch den Wald, hier hat Kyrill besonders hart gewütet und es ist immer noch nicht alles frei geräumt. Mit einem Mal hält Caaya inne und erstarrt. Ca. 30 m rechts von uns sitzt ein Mann in einer Schubkarre und pausiert beim Holz sägen.

Ich sage: “Alles okay, Caaya.” Sie schaut mich an und ich grüsse den Mann. Er beginnt ein Gespräch und ruft den Hund. Ich: “Na, geh mal gucken…” Sie geht (immer noch an der langen Schleppleine, da sie manchmal zum Anspringen neigt) auf ihn zu, begrüsst ihn und lässt sich tätscheln. Ein kurzes Schnuppern und sie verschwindet hinter dem dicken Baum rechts von ihm. Dann PLONG und sie hat sein Bier entdeckt…SCHLABBER!

Der Mann: “Hey, du kannst doch nicht mein Bier austrinken!” Ich: “Nein, das darf sie nicht, da haben Sie Recht. Aber finden Sie es nicht sehr gefährlich, mit einer Kettensäge 1. ohne jeglichen Schutz und 2. unter Alkohol zu hantieren?” Betroffenes Schweigen seinerseits. Ich erzählte ihm von diversen Kettensägenverletzten, die ich im Laufe meiner Zeit auf der Intensivstation betreut habe und wie wichtig adäquate Schutzmontur ist. Darauf hin sagte er: “Na, da hat der Hund ja Gutes getan, dass er mir zumindest mein Bier umgestossen hat…” :D

Caaya macht viele Fortschritte. Stark arbeiten müssen wir noch am Alleine bleiben, denn da dreht sie noch arg am Rad und nimmt das Haus auseinander. Einen kleinen Erfolg habe ich da allerdings heute zu vermelden, ich war tatsächlich 15 min oben in der Dusche und sie ist unten geblieben und hat geschlafen, obwohl sie mit bekommen hat, dass ich ging. Im Auto ist das meist kein Problem, im Haus schon. Wir arbeiten weiter dran.

Dann das Buddeln. Caaya verwechselt den Garten mit einem Feldrand und würde am liebsten zur Wühlmaus mutieren. Dabei erregt sie sich so dermassen, dass sie meist nichts hört. Vielleicht ist das ja auch als Belohnung draussen einsetzbar, da werde ich mal die Fachfrau befragen. Und natürlich das Aufnehmen von Dingen am Boden, die wir nicht mal anfassen würden. Deswegen auch weiterhin die Schleppleine. Taschentücher etc. lässt sie auf “tauschen” schon liegen und wird dafür belohnt, mal mit Leckerchen, mal mit Spiel oder einer Suche.

Wirklich positiv sind bei ihr folgende Entwicklungen:

  • Abrufen - mit Pfeife oder Fingerpfiff aus eigentlich jeder Situation, sei es spielen oder das schnelle Zurennen auf ein anderes Tier (was mich persönlich am meisten freut, denn wir haben sehr viel trainiert - wer unseren Rüde kannte, weiss, warum. :) )
  • Gehen an der Schleppleine - auf “Langsam” bremst sie ab, bei “Ende” bleibt sie stehen.
  • Futterbeutel und Nasenarbeit
  • Obidience - damit kann man sie von Kopf her auch schön müde machen und sie macht es anscheinend wirklich gerne, teilweise fordert sie auf Spaziergängen schon Übungen ein und sucht Blickkontakt.
  • Dogtricks - sie lernt sehr schnell und kann schon eine Menge.
  • Und last but not least - sie wird ruhiger im Haus. Die “Abrissphasen” beschränken sich auf 1-2 mal am Tag und sind mit Obidience gut kontrollierbar.

Gestern bekam ich Fotos von Caayas Papa samt ihrem Livernosebruder Jengo, schaut mal:

Jengo und Danjuma

Morgen ist wieder Hundeschule. Aus der Welpengruppe ist Caaya jetzt raus, da sie für ihr Alter schon sehr viel kann. Und bei den erwachsenen Hunden hält sie sich deutlich mehr zurück und lerntviele neue Sachen dazu. Mal schauen, wie sie sich da entwickelt. :)

Ich bin gespannt, wie sie reagiert, wenn der Neo uns in Kürze besuchen kommt….

Gut goahn!

2 Antworten auf “Lebensretter wider Willen”

  1. Martin sagt:

    hallo. ich schau hier immer regelmäßig gerne rein und schmunzel dann auch viel… Wenn NEO da war möchten wir natürlich gleich hier alles erfahren. sonja werden wir demnächst auch mal wieder anrufen. er fehlt uns wirklich sehr.
    und auch wenns spät ist. ein gesundes neues jahr. ;o)

  2. Katrin sagt:

    Hallo Caro,

    wie immer großartig geschrieben! Ich freue mich sehr für euch, dass Caaya solche Fortschritte macht! Steckt ja immens viel Arbeit dahinter, wie wir alle wissen.

    Liebe Grüße
    Katrin

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